karl Holtz


Karl Holtz - Grafiker und Maler

Karl Holtz wurde am 14. Januar 1899 in Berlin geboren. Eine erste Ausbildung erhielt er zwischen 1909 und 1913 am Gymnasium in Danzig. Die künstlerische Bildung erfolgte durch die Maler Emil Orlik und Ludwig Sütterlin an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums, Berlin, in den Jahren 1914 - 1919 sowie 1923/24. Während dieser Zeit lebte Karl Holtz im Berliner Stadtbezirk Kreuzberg, Yorkstraße 42. 1932 siedelte er nach Rehbrücke, in der Kaiser- Friedrich-Straße 5 über und bezog 1936 sein eigenes Haus in der Kirschallee/ jetzige Leibnizstraße.
Der Künstler verstarb am 18.4.1978 in Potsdam und wurde auf dem Friedhof in Bergholz beigesetzt.
Bereits während des Studiums, 1916, wurden erste Arbeiten von Karl Holtz in der "Berliner Volkszeitung" veröffentlicht. Gleichzeitig garantierte die ständige Mitarbeit für die "Lustigen Blätter" und "Wieland" einen notwendigen Lebensunterhalt. Beeinflußt durch die Erfahrungen im Weltkrieg 1914-18, arbeitete Karl Holtz in den 20er Jahren ausschließlich für linke Publikationsmittel - "Rote Fahne", "Freiheit", "Freie Welt", "Syndikalist", "Der wahre Jakob", "Lachen links" sowie die satirischen Zeitschriften "Eulenspiegel" und "Ente". Nach dem zweiten Weltkrieg gehörte er zu den Zeichnern für "Ulenspiegel", "Nebelspalter", "Eulenspiegel", "NBI", "Freie Welt" und verschiedener Tageszeitungen.
Einen gesonderten Komplex im Wirken Karl Holtz' nehmen die Illustrationen für Kinderbücher und Belletristik ein. Besonders sind es in den 20er Jahren Zeichnungen für die Bücher der Autoren Hermynia Zur Mühlen, Hans Reimann und Max Barthel, mit denen Holtz brilliert.
Stilistisch ist Karl Holtz schlecht festzulegen. Mit den Stilelementen des Realismus eines Zille, der Kollwitz oder Sasse, des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit experimentierte der Künstler in den 20er Jahren und setzte hier sein Können thematisch ein. Die sorgfältig gearbeiteten, ganzseitigen Karikaturen mit vielen Details für z.B. "Ulenspiegel", "Nebelspalter" und "Eulenspiegel" sind - im Zusammenwirken mit spritziger, treffsicherer Satire - ein unverkennbares Markenzeichen für Karl Holtz gewesen.

Mit einer Ehrung anläßlich des 100. Geburtstages wird nicht nur des vielseitigen Künstlers Karl Holtz gedacht, sondern ebenso eines Menschen, der kritisch die verschiedenen gesellschaftlichen Veränderungen, die sein Leben berührt haben, betrachtet und mit den Mitteln seiner Kunst dargestellt hat. nicht nur einmal bedeutete Zivilcourage schwere Entbehrungen und einschneidende Veränderungen in seinem Leben.

Siegfried Jahn


Faltblatt zur Ausstellung anläßlich des 100. Geburtstages von Karl Holtz